MooDuell
| MooDuell | |
|---|---|
| Typ | Aktivität |
| Set | N/A |
| Downloads | https://marketplace.moodle.com/plugins/2847 |
| Issues | https://github.com/Wunderbyte-GmbH/moodle-mod_mooduell/issues |
| Diskussion | https://github.com/Wunderbyte-GmbH/moodle-mod_mooduell/issues |
| Maintainer | David Bogner, Wunderbyte GmbH |
MooDuell verwandelt Fragen aus der Fragensammlung in kurze Duelle zwischen Kursteilnehmenden. Ein Duell besteht aus neun Fragen. Gespielt wird in der MooDuell-App für Android und iOS oder in der mitgelieferten Web-App; gepflegt und ausgewertet wird weiterhin in Moodle. Eine zweite Fragensammlung außerhalb von Moodle ist nicht erforderlich.
Das Plugin wurde von der Wunderbyte GmbH in Kooperation mit der Universität Wien entwickelt und steht unter der GNU GPL v3.
Hintergrund
Selbstständiges Üben ist wirksam, aber für sich genommen selten motivierend: Lernende arbeiten allein einen Fragensatz ab, erhalten eine Punktzahl und kehren meist nicht mehr zum Material zurück. MooDuell ergänzt das Üben um soziale Interaktion und spielerischen Wettbewerb. Weil ein Duell kurz ist und jederzeit unterbrochen werden kann, findet das Wiederholen in kurzen Pausen am Smartphone statt und nicht am Schreibtisch.
Die Aktivität ist damit auf Übung, Wiederholung und formative Selbsteinschätzung zwischen Lehrveranstaltungen ausgerichtet. Sie ergänzt die Aktivität Test, ersetzt aber weder kontrollierte Prüfungen noch differenzierte summative Bewertungen.
An der Universität Wien ist MooDuell seit 2021 im Einsatz, zunächst in Jus und Informatik; die Entwicklung wurde durch die aws gefördert. Die Projektbeschreibung und der Produktfolder nennen weitere Einsatzfelder an Hochschulen, Schulen und in der beruflichen Weiterbildung.
Funktionsumfang
Für Lernende
- Kurze Lerneinheiten: Ein Duell umfasst neun Fragen und passt in eine kompakte Übungsphase.
- Soziales Lernen: Herausgefordert werden Personen aus demselben Moodle-Kurs.
- Unmittelbare Rückmeldung: Je nach Einstellung zeigt MooDuell die richtige Lösung und das in der Frage hinterlegte Feedback.
- Sichtbarer Fortschritt: Persönliche Statistik, Punktwerte und Bestenliste machen die eigene Aktivität sichtbar.
- Pseudonymes Spielen: Sind vollständige Namen deaktiviert, erscheinen Spielende unter dem Profilfeld „MooDuell Alias“.
Für Lehrende
- Vorhandene Fragen wiederverwenden: MooDuell zieht direkt aus der Moodle-Fragensammlung.
- Fragenauswahl steuern: Mehrere Fragenkategorien je Aktivität, jeweils mit relativem Gewicht.
- Spielablauf konfigurieren: Zeitbegrenzung, Antwortbestätigung, Lösungsanzeige und Feedback lassen sich an das Lernszenario anpassen.
- Nutzung überblicken: Fragen, offene und abgeschlossene Spiele, Statistiken und Bestenlisten sind in Moodle einsehbar.
- Abschluss einbinden: Teilnahme- und Leistungsziele lassen sich mit dem Aktivitätsabschluss verknüpfen.
Fragen und Spieleinstellungen
Unterstützte Fragetypen
- Multiple Choice mit einer richtigen Antwort
- Multiple Choice mit mehreren richtigen Antworten
- Wahr/Falsch
- Numerisch
- Drag-and-drop von Wörtern in einen Text
Fragen anderer Typen bleiben unberücksichtigt. Die Übersicht für Lehrende kennzeichnet jede Frage, die wegen ihres Typs, wegen fehlender richtiger Antwort oder wegen zu langer Text- und Antwortfelder nicht gespielt werden kann; die aktuelle Liste steht in der Plugin-README.
Fragenkategorien und Spielablauf
Eine MooDuell-Aktivität nutzt eine oder mehrere Fragenkategorien. Werden mehrere ausgewählt, bestimmt ein Gewicht je Kategorie das Verhältnis, in dem die neun Fragen gezogen werden; die Gewichte müssen zusammen nicht 100 ergeben. Der Fragenpool muss mindestens neun spielbare Fragen liefern, sonst kann kein Spiel starten. Ein deutlich größerer Pool ist empfehlenswert, weil sich einzelne Fragen dann seltener wiederholen.
Beide Spielenden beantworten dieselben neun Fragen, abwechselnd in Blöcken zu je drei Fragen: Wer herausfordert, beginnt, dann zieht die Gegenseite nach. Erst wenn beide alle neun Fragen bearbeitet haben, wird das Spiel geschlossen und die Bestenliste aktualisiert. Laufende Spiele können aufgegeben werden und gelten dann als verloren.
Feedback und Zeitsteuerung
Lehrende legen fest,
- ob eine Antwort vor dem Absenden bestätigt werden muss;
- ob die richtige Lösung angezeigt wird;
- ob das allgemeine Feedback der Frage angezeigt wird;
- ob das antwortspezifische Feedback angezeigt wird;
- wie viel Zeit pro Frage zur Verfügung steht (10 bis 120 Sekunden oder ohne Begrenzung);
- wie lange die Lösung vor der nächsten Frage sichtbar bleibt.
Statistiken und Aktivitätsabschluss
MooDuell erfasst gespielte und abgeschlossene Duelle, Siege, Niederlagen, beantwortete und richtig beantwortete Fragen, Punktwerte und Rangpositionen. Für den automatischen Abschluss lässt sich verlangen, dass Lernende eine bestimmte Zahl von Spielen abschließen, eine bestimmte Zahl von Spielen gewinnen, eine bestimmte Zahl von Fragen richtig beantworten oder einen bestimmten Anteil richtiger Antworten erreichen. Diese Ziele erscheinen in der App zusätzlich als benannte Herausforderungen.
Verwendung
Installation und Voraussetzungen
Die Installation erfolgt über das übliche Verfahren zur Plugin-Installation; das Verzeichnis muss mooduell heißen und unter /mod liegen. Zusätzlich benötigt MooDuell das Plugin Wunderbyte Table, das die interaktiven Tabellen für Fragen, Spiele und Statistiken bereitstellt.
Vor dem Einsatz im Kurs sollte die Administration
- Webservices und mobile Webservices aktivieren – ohne sie kann sich die App nicht verbinden (die Einstellungsseite zeigt beide Werte als Integrationsprüfung an);
- sicherstellen, dass Spielende die Rechte
webservice/rest:useundmoodle/webservice:createmobiletokenbesitzen; die Übersicht für Lehrende listet Personen ohne diese Rechte auf; - die Website ausschließlich über HTTPS betreiben;
- Cron und Ad-hoc-Tasks regelmäßig ausführen lassen, da Push-Nachrichten und Lizenzprüfung darüber laufen;
- App-Store-Links, Standardwerte der Spieleinstellungen und Push-Benachrichtigungen konfigurieren;
- die Versionskompatibilität auf der Plugin-Seite prüfen.
Das Plugin ist in vollem Funktionsumfang kostenlos. Ein optionaler PRO-Lizenzschlüssel hebt die Begrenzung der maximal zeitgleich betriebenen MooDuell-Aktivitäten auf und erlaubt es, die App mit eigenem Theme und Logo zu gestalten.
Aktivität einrichten
- Geeignete Kategorien in der Fragensammlung anlegen oder auswählen; Texte, Bilder und Rückmeldungen sollten auf einem Smartphone gut lesbar sein.
- Im Kurs den Bearbeitungsmodus einschalten und Aktivität oder Material anlegen wählen.
- MooDuell auswählen und Name sowie Beschreibung eintragen.
- Fragenkategorien auswählen und ihr Gewicht festlegen.
- Namensanzeige, Feedback und Zeitsteuerung konfigurieren.
- Bei Bedarf Ziele für den Aktivitätsabschluss festlegen und speichern.
- Vor der Freigabe die Fragenübersicht öffnen und die dort angezeigten Warnungen abarbeiten.
- Den Ablauf mit zwei Testkonten prüfen: Duell starten, beantworten, Ergebnis in Moodle kontrollieren.
Duell spielen
- Die MooDuell-Aktivität im Kurs öffnen.
- Die App über die dort angebotenen Links bzw. QR-Codes installieren (Google Play, App Store).
- Den persönlichen Login-QR-Code aus Moodle scannen oder sich mit den gewohnten Zugangsdaten anmelden.
- Kurs und MooDuell-Aktivität auswählen.
- Eine berechtigte Person herausfordern oder ein offenes Spiel fortsetzen.
- Die neun Fragen beantworten und nach Abschluss beider Seiten das Ergebnis ansehen.
Der persönliche Login-QR-Code gewährt Zugriff auf das verbundene Moodle-Konto und darf nicht weitergegeben werden. Wer keine App installieren möchte, kann die mitgelieferte Web-App im Browser nutzen; Push-Benachrichtigungen, Kamera und In-App-Käufe bleiben der nativen App vorbehalten. Mit filter_shortcodes lässt sich die Web-App über [mooduell securitytoken=…] auch direkt in eine Kursseite einbetten; der Token stammt aus den Plugin-Einstellungen.
Ergebnisse einsehen
Lernende sehen ihre persönliche Statistik, die Bestenliste und den Login-QR-Code. Lehrende mit den entsprechenden Rechten prüfen zusätzlich den Fragenpool, sehen offene und abgeschlossene Spiele ein, löschen abgeschlossene Spiele und exportieren die Bestenliste als CSV-Datei. Ob echte Namen erscheinen, hängt von der Einstellung „Vollständige Namen verwenden“ und vom Recht mod/mooduell:viewstudentnames ab.
Datenschutz und Push-Benachrichtigungen
In Moodle verarbeitete Daten
MooDuell speichert in der Moodle-Installation, was für Spielverwaltung und Statistik nötig ist:
- die Nutzer-IDs beider Spielenden, Spielstatus, Gewinner und Zeitstempel;
- die einem Spiel zugeordneten Fragen samt Antwortstatus und Bearbeitungszeiten;
- gespielte Duelle, Siege, Niederlagen, Punktwerte und Ranginformationen;
- Herausforderungen für den Aktivitätsabschluss und deren Ergebnisse;
- Gerätekennung, Gerätemodell und Push-Token, sofern Push-Benachrichtigungen aktiv sind.
Das Plugin unterstützt die Moodle Privacy API für Export und Löschung dieser Daten; beim Löschen eines Kursmoduls entfallen Spiele, Fragen, Bestenlisten und die zugehörigen Push-Token. Rechtsgrundlage, Zugriffsregeln, Aufbewahrungsfristen und Löschverfahren legt die betreibende Einrichtung fest. Die Datenschutzerklärung der Universität Wien zu MooDuell zeigt, wie eine solche Information aussehen kann: Zweck, Datenkategorien, Einwilligung als Rechtsgrundlage, Speicherdauer und Betroffenenrechte.
Push-Benachrichtigungen
Push-Nachrichten informieren über eine neue Herausforderung, einen ausstehenden Spielzug oder ein abgeschlossenes Duell. Sie sind optional und lassen sich sowohl in der Plugin-Konfiguration als auch auf dem Endgerät abschalten.
Für die Zustellung nutzt MooDuell Firebase Cloud Messaging. Die App erzeugt beim ersten Start ein gerätespezifisches Registration-Token, das in Moodle gespeichert wird; beim Versand gehen dieses Token und der Nachrichtentext an den Dienst. Fragen, Spieldaten und Statistiken verbleiben in Moodle, die Zustellung bezieht aber einen externen Anbieter ein. Diese Verarbeitung muss transparent beschrieben und rechtlich abgesichert werden.
Empfohlene institutionelle Konfiguration
- Lernende über die in Moodle gespeicherten Spieldaten informieren.
- Firebase Cloud Messaging als externen Zustelldienst benennen und den optionalen Charakter der Benachrichtigungen deutlich machen.
- Keine personenbezogenen oder sensiblen Angaben in Benachrichtigungstexte aufnehmen.
- Aufbewahrungsfristen für abgeschlossene Spiele, Statistiken und ungenutzte Push-Token festlegen.
- Entscheiden, ob vollständige Namen oder Aliasnamen angezeigt werden – Bestenlisten machen Leistungsdaten für andere Kursmitglieder sichtbar.
Häufig gestellte Fragen
- Worin besteht der Unterschied zum Moodle-Test?
- Der Test ist eine Einzelspieleraktivität mit Bewertung. MooDuell ist eine kompetitive Übungsaktivität für zwei Personen ohne Note; es erzeugt Statistiken, Bestenlisten und Abschlussstatus. Beide greifen auf dieselbe Fragensammlung zu.
- Kann man MooDuell ohne App spielen?
- Ja, über die mitgelieferte Web-App im Browser. Push-Benachrichtigungen, Kamerazugriff und In-App-Käufe setzen die native App voraus.
- Warum meldet die Aktivität, es gebe zu wenige Fragen?
- Ein Spiel benötigt neun spielbare Fragen. Kategorien mit weniger Fragen oder mit nicht unterstützten Fragetypen liefern kein vollständiges Spiel; der Reiter Fragen nennt für jede ausgeschlossene Frage den Grund.
- Sehen Lernende die echten Namen der anderen?
- Nur bei aktivierter Einstellung „Vollständige Namen verwenden“ und vorhandenem Recht
mod/mooduell:viewstudentnames. Andernfalls gilt der im Profil hinterlegte Alias.
- Wird ein eigener Server benötigt?
- Nein. MooDuell läuft auf der bestehenden Moodle-Instanz; Nutzerkonten und Inhalte müssen nicht migriert werden.
- Werden Daten von Dritten verarbeitet?
- Nur bei Push-Benachrichtigungen, die über Firebase Cloud Messaging laufen und abschaltbar sind. Alle übrigen Daten bleiben in Moodle.