Installation von Moodle

Version vom 23. Mai 2012, 11:10 Uhr von Gisela Hillenbrand (Diskussion | Beiträge) (Moodle-Paket herunterladen und an den richtigen Ort kopieren)

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Hinweis: Sie sind auf den Seiten der Moodle 2.7 Dokumentation. Die Dokumentation der aktuellsten Moodle-Version finden Sie hier: Installation von Moodle.


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Diese Anleitung beschreibt, wie Sie Moodle installieren. Moodle läuft auf vielen verschiedenen Plattformen, Links zu den entsprechenden spezifischen Installationsanleitungen finden Sie im untenstehenden Artikel. Nehmen Sie sich Zeit und lesen Sie die für Sie relevanten Abschnitte.


Planung

Die Installation von Moodle bedarf einer Planung. Der Umfang kann variieren zwischen geringfügig bis hin zu einem großen Projekt. Hier sind einige Punkte, die Sie beachten sollten:

  • Wollen Sie Moodle tatsächlich selbst installieren? Wenn nicht, können Sie sich an einen Moodle-Partner wenden.
  • Welche Fähigkeiten haben Sie oder können Sie erwerben? Die Administration eines sicheren, stabilen öffentlichen Webservers ist eine ernstzunehmende Aufgabe, bei der Moodle selbst überhaupt noch keine Rolle spielt. In diesem Artikel setzen wir voraus, dass Sie ein Grundverständnis von der Administration des Servers haben, auf dem Sie Moodle installieren wollen (oder bereit sind, sich intensiv einzuarbeiten).
  • Was sind Ihre Anforderungen an die Hard- und Software? Moodle skaliert, aber Sie können auch nach Alternativen Ausschau halten: Shared Hosting, virtuelle Server, ein eigener Server, mehrere verteilte Server.
  • Welches Betriebssystem wollen Sie nutzen? Das kann von Ihren Fähigkeiten abhängen oder von den Bedingungen in Ihrer Einrichtung. Moodle unterstützt verschiedene Betriebssysteme: Unix/Linux, Windows, MacOS.
  • Was sind Ihre Support-Anforderungen? Reicht der freie Support in den Foren der Moodle-Community auf moodle.org aus oder benötigen Sie professionelle Unterstützung?
  • Wie wollen Sie Systemsicherungen durchführen?

Systemanforderungen

Moodle wird hauptsächlich auf dem Betriebssystem Linux mit einem Apache-Webserver, MySQL-Datenbank und PHP (auch bekannt als LAMP-Plattform) entwickelt. Im Zweifelsfall ist das die sicherste Kombination. Es gibt andere Optionen, siehe Abschnitt "Software" weiter unten.

Grundlegende Voraussetzungen für ein Moodle-System sind folgende:

Hardware

  • Plattenspeicher: 160 MB frei (Minimum). Darüberhinaus benötigen Sie weiteren Platz, um Ihre Materialien zu speichern. 5GB ist wahrscheinlich ein realistisches Minimum.
  • Sicherungen: mindestens noch einmal so viel Platz (bevorzugt auf einem anderen Server), um die Sicherungen Ihres Moodle-Systems dort zu speichern.
  • Speicher: 256MB (Minimum), 1GB oder mehr wird dringend empfohlen. Als allgemeine Faustregel gilt: Moodle kann 10-20 Nutzer/innen pro 1 GB RAM gleichzeitig unterstützen, aber das hängt auch von Ihrer individuellen Software- und Hardwarekombination ab. Mit "gleichzeitig" sind gleichzeitige Webserver-Prozesse im Speicher gemeint (also gleichzeitige Zugriffe auf Moodle), nicht die Anzahl der gleichzeitig angemeldeten Nutzer/innen.

Software

  • Betriebssystem: Am häufigsten verbreitet ist Linux und Windows (dafür gibt es guten Support). Wenn Sie die wahl haben, dann ist Linux die optimale Plattform. Moodle wird auch regelmäßig unter Windows XP / 2000 / 2003, Solaris 10 (Sparc, x64), Mac OS und Netware 6 getetstet.
  • Webserver: vorwiegend Apache oder IIS. Nicht vollständig getestet sind lightttpd, nginx, cherokee, zeus und LiteSpeed. Der Webserver muss so konfiguriert sein, dass er PHP verarbeiten kann. Die Version ist nicht kritisch, aber empfohlen wird die aktuellste Version.
  • PHP muss mindestens 5.3.2 sein. Einige PHP-Erweiterungen sind ebenfalls erforderlich. Während der Installation prüft Moodle, ob alle nötigen Erweiterungen installiert sind und bricht die Installation gegebenenfalls ab.
  • Datenbank: MySQL und PostgreSQL sind die Datenbanken, unter denen Moodle entwickelt wird, die am besten getestet sind und für die es umfassende Dokumentation und Support gibt. Oracle und MSSQL werden voll unterstützt, aber Dokumentation und Support ist in geringerem Umfang verfügbar als für MySQL und PostgreSQL. Im Zweifelsfall verwenden Sie MySQL (mehr Dokumentation) oder PostgreSQL (bessere Stabilität und Geschwindigkeit). Sie benötigen die datenbankspezifische PHP-Erweiterung.
    • MySQL - mindestens 5.0.25 (InnoDB Storage Engine wird dringend empfohlen)
    • PostgreSQL - mindestens 8.3
    • MSSQL - mindestens 9.0
    • Oracle - mindestens 10.2
    • SQLite - mindestens 2.0

Client

Ihre Nutzer/innen greifen auf Moodle über einen Webbrowser (Client) auf ihrem PC/Tablet/Notebook zu. Jeder moderne Browser sollte funktionieren (IE 6 und älter wird nicht unterstützt). Das Betriebssystem des Clienst ist nicht relevant, aber evtl. benötigen Sie spezielle Software, wenn Sie bestimmte Dateitypen aus Moodle herunterladen.

Wenn Sie eine große oder komplexe Installation planen, lesen Sie auch die Artikel Geschwindigkeitsempfehlungen und Geschwindigkeit FAQ.

Server aufsetzen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, einen Server aufzusetzen (Betriebssystem, Webserver und Datenbank installieren).

Wenn Sie Moodle hosten lassen, übernimmt das Aufsetzen des Servers Ihr Provider für Sie. Prüfen Sie in diesem Fall, wie Sie die PHP-Einstellungen ändern können (z.B. die maximale Dateigröße für das Hochladen von Dateien usw.)

Moodle-Paket herunterladen und an den richtigen Ort kopieren

Wichtig: Inzwischen gibt es im Internet zahlreiche Webseiten, auf denen Sie Moodle herunterladen können. Wir empfehlen jedoch ausdrücklich, Moodle nur von moodle.org herunterzuladen. Dann können wir wesentlich einfacher Support anbieten, falls Sie Probleme bei der Installation von Moodle bekommen.

Es gibt zwei Möglichkeiten, um an Moodle heranzukommen:

  • Laden Sie die erforderliche Version von http://download.moodle.org/ herunter und entpacken Sie die *.zip oder *.tgz Datei
  • oder ziehen Sie den Code aus dem Git repository (empfohlen für Entwickler/innen und vereinfacht das Aktualisieren von Moodle)
   $ git clone -b MOODLE_22_STABLE git://git.moodle.org/moodle.git 

Damit wird eine vollständige Kopie des Moodle Repositories gezogen und auf den letzten 2.2 Stable Branch (latest weekly build) umgeschaltet.

Bei beiden Varianten erhalten Sie ein Verzeichnis moodle, das viele Unterverzeichnisse und Dateien enthält.

Sie können das gesamte Verzeichnis in das Dokumenten-Verzeichnis Ihres Webservers verschieben, in diesem Fall wird die Moodle-Seite über http://yourwebserver.com/moodle aufgerufen, oder sie kopieren den kompletten Inhalt des Verzeichnisses moodle direkt in das Hauptverzeichnis des Webservers, um so die Moodle-Seite direkt über http://yourwebserver.com zu erreichen.

Tipp: Wenn Sie das Moodle-Archiv auf Ihren PC herunterladen und dann auf den Webserver hochladen möchten, ist es besser, das Archiv erst auf dem Webserver auszupacken. Die meisten Anbieter bieten dafür eine Weboberfläche an (z.B. 1&1).

  • Sichere Moodle-Dateien: Es ist entscheidend, dass der Webserver-Nutzer die Moodle-Code-Dateien nicht schreiben/verändern kann. D.h. unter Linux/Unix müssen Sie als Root-Nutzer/in folgende Kommandos ausführen:
   # chown -R root /path/to/moodle
   # chmod -R 0755 /path/to/moodle

D.h. die Dateien gehören dem Root-Nutzer und dürfen nur von ihm geschriebn werden, alle anderen dürfen lesen und ausführen.

Moodle-Datenbank anlegen

Als nächstes müssen Sie in Ihrem Datenbanksystem eine leere Datenbank (z.B. mit dem Namen: "moodle") und einen speziellen Nutzer (z.B. "moodleuser") erzeugen, der Vollzugriff auf diese (und nur diese!!!) Datenbank hat. Für eine Moodle-Testinstallation auf einem Testserver kann man auch den Nutzer "root" verwenden, aber für ein produktives System sollte das niemals gemacht werden: Wenn ein Hacker es schafft, Ihr Passwort zu erraten, ist das gesamte Datenbanksystem in Gefahr, nicht nur die Moodle-Datenbank Ihres Datenbanksystems.

Detaillierte Informationen finden Sie im Artikel Moodle-Datenbank.

Moodle-Datenverzeichnis anlegen

Moodle braucht außerdem ein Verzeichnis, um hochgeladene Dateien oder Nutzerbilder zu speichern.

Das Moodle-Installationsskript versucht normalerweise, ein solches Verzeichnis anzulegen. Falls dies nicht funktioniert, müssen Sie dieses Verzeichnis manuell anlegen.

Sicherheitshinweis: Aus Sicherheitsgründen sollte dieses Verzeichnis nicht direkt über den Webserver erreichbar sein. Der einfachste Weg ist der, ein Verzeichnis außerhalb des Webserver-Verzeichnisses auszuwählen (das ist das Verzeichnis, auf das der erste Teil Ihrer Moodle-URL - bis zum ersten / - zeigt, z.B. in http://IhreDomäne.com/moodle/admin/cron.php ist es http://IhreDomäne.com/).

Im Artikel Moodle-Datenverzeichnis finden sie detaillierte Informationen zu Sicherheitsaspekten und zum Anlegen eines solchen Verzeichnisses über cpanel oder mittels der Moodle-Konfigurationsdatei config.php.

Installationsprozess starten

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, Moodle zu installieren: Die meisten Administrator/innen verwenden die Installation über den Browser mit Hilfe des Installationsskripts install.php. Alternativ kann man Moodle auch von der Kommandozeile aus installieren.

Installationsskript verwenden

Wenn Sie das Installationsskript install.php verwenden möchten, rufen Sie die folgende URL im Browser auf:

  http://IhrServer/moodle/install.php

(Das Installationsskript setzt ein Session-Cookie. Wenn Sie eine Popup-Warnung bekommen, akzeptieren Sie das Cookie!)

Das Skript führt Sie durch den gesamten Installationsprozess. Dabei wird die Moodle-Konfigurationsdatei config.php von Moodle erzeugt, alle Tabellen in der Moodle-Datenbank angelegt, das Nutzerkonto für den Hauptadministrator angelegt und eine Reihe von Konfigurationseinstellungen für die Moodle-Installation, insbesondere für die Startseite vorgenommen.

Von Kommandozeile aus installieren

Diese Variante funktioniert genau so einfach wie die Installation unter Verwendung von Installationsskript und Webbrowser.

Verschaffen Sie sich über ein Kommandozeilenfenster Zugriff auf Ihren Moodle-Server. Wechseln Sie in das Moodle-Verzeichnis Ihres Webserver-Verzeichnisses, in dem die PHP-Skripte von Moodle gespeichert sind, also z.B.

  $cd /var/www/html/moodle/

Dann rufen Sie das folgende Kommando auf:

  $ sudo -u apache /usr/bin/php admin/cli/install.php --lang=de

Abschließende Aufgaben

Cron-Job einrichten

Moodle muss im Hintergrund regelmäßig einige Aufgaben ausführen (z.B. Versenden von Forumsbeiträgen als E-Mail, automatische Kurssicherung, usw.). Verantwortlich dafür ist das Cron-Skript admin/cron.php, das Sie zu bestimmten Zeiten am Tag ausführen lassen können. Dazu müssen Sie einen Cron-Job einrichten. Detaillierte Informationen dazu finden Sie im gleichnamigen Artikel.

Moodle-Site konfigurieren

Nun müssen Sie Ihre Moodle-Site einrichten. Detaillierte Informationen dazu finden Sie im Artikel Moodle administrieren.

Herzlichen Glückwunsch zur gelungenen Moodle-Installation!

Siehe auch

Vorlage:Credits [1]